Andre Rotzetter
 
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Sozialwerke unter der Betrachtung der demografischen Entwicklung

Sozialfirmen

Das Lamento müsste tiefer ansetzen
Der Meinung  von Herr Berweger (Leserbrief in der AZ vom 28.09) kann ich mich nur anschliessen. Dass mit allem mehr als nur eine faire Entschädigung verdient werden will, ist ein allgemeines Übel  geworden und hat in der Realität mit den Sozialfirmen wenig zu tun. Es ist in der Schweiz eine alte Tradition, dass soziale Aufgaben von privatrechtlichen, gemeinnützigen Organisationen wie Stiftungen, Genossenschaften oder Vereine übernommen werden. Träger sind oftmals die Sozialpartner (Gemeinden, Kirchen oder sozial engagierte Persönlichkeiten). Mit dem Begriff "Sozialfirma" wollte man das verstaubte Image abschütteln und Innovationbereitschaft signalisieren. Wer diese Organisationen der Mafia gleichstellt, erweist sich als Schaumschläger ohne jegliche Kenntnisse der Situation. In den letzten Jahren drängten gewinnorientierte Organisationen in den vom Staat künstlich erzeugten Markt. Dank dem angewendeten Submissionsverfahren erhalten sie auch immer mehr Aufträge, während zuverlässige, alte Trägerschaften leer ausgehen. Offenbar zählen Marketing sowie auf Papier stehende Konzepte bei den Vergaben mehr als langjähriges, gemeinnütziges Engagement.  Doch selbst bei den gewinnorientierten Firmen sind längst nicht alle "Abzocker". Eine seriöse sozialpolitische Diskussion würde uns mehr bringen als unseriöse Medienberichte.

Andre Rotzetter
Grossrat CVP Aargau